CCW

Wiederaufbau der Ersten Polychromie im Internationalen Congress Centrum Würzburg, wiederhergestellt  durch den Diplom-Restaurator Markus Eiden und sein Team

Anschreiben an Herrn Jaensch zum Abschluß der Wiederanbringung seines Kunstwerkes im CCW vom 24.08.15

Sehr geehrter Herr Jaensch,
es ist mir eine große Freude, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Rückführung Ihres Kunstwerkes von 1985 in das umgebaute ICC erfolgreich am letzten Samstag in Zusammenarbeit mit der Firma Sendner stattfinden konnte.
Der Wiederaufbau gestaltete sich technisch zwar recht schwierig und zeitintensiv, da zusätzlich zu einem Gabelstapler nur zwei vergleichsweise kleine, weil leichte Hebebühnen eingesetzt werden konnten (Fußbodenheizung). Dennoch konnte eine weitgehend „fugenfreie“ Ausrichtung und Aneinaderfügung der Teilelemente zum geschlossenen, großen Ganzen erreicht werden. Die technischen Details hierzu, werde ich in einem anderen Bild-Text-Dokument auf Wunsch von Dr. Oettinger noch gesondert dokumentieren.

Jaensch

Zwischenzustand: Wiederaufbau der ersten Polychromie von Wolfram Jaensch am 22.08.15

Ihr erstes polychromes Kunstwerk von 1985 setzt nun erneut einen organischen Akzent im vergrößerten großen Saal/Foyer des CCW, in welchem durch den Umbau ansonsten ein kühles Weiß (in glücklicher Kombination mit einer einseitigen hölzernen Wandabwicklung und dem gegenüberliegenden gläsernen Ausblick auf die Mainseite) einen durchaus musealen Raumeindruck erzielt.
Erlauben Sie mir, meine Einschätzung diesbezüglich ehrlich zu äussern, – ich selbst wurde vor Ort sehr beeindruckt von der mit der Rückführung Ihres Kunstwerkes einhergehenden Gesamtwirkung des Raumerlebnisses, welcher ohne Ihr Kunstwerk eine sterile Dominanz der tektonischen Elemente
und der damit verbundenen monochromen Flächenwirkung bewirkt hätte. (weiße Wand- und Deckenflächen, grauer Terrazzoboden, hölzerne Wandabwicklung und klare bzw. diaphan
verschattete Glaselemente)

Jaensch CCW

Nachzustand: Neupräsentation der ersten Polychromie von Wolfram
Jaensch am 23.08.15 nach Abschluß der erweiterten Retuschearbeiten vor Ort

Die Wiederanbringung Ihres Kunstwerkes ist ein großer Gewinn für den erweiterten, und meines Erachtens auch tektonisch gelungenen, großen Saal/Foyer. Und es ist den Verantwortlichen der Stadt Würzburg, insbesondere Herrn Dr. Oettinger sowie Herrn Kulicke und vielleicht noch einigen anderen, die mir namentlich nicht bekannt sind, sehr hoch anzurechnen, dass sie sich für den Erhalt Ihres Kunstwerkes eingesetzt haben und die Neupräsentation an alter Stelle gegenüber den Architekten durchgesetzt haben.
Der Kulturspeicher Würzburg mit seinem Ausstellungsschwerpunkt zur „Konkreten Kunst“ hätte Ihr Kunstwerk wohl aufgrund der monumentalen Dimension selbst nicht inkorporieren können, doch hat er mit dem Umbau des CCW eine repräsentative Aussenstelle für Ihr „postkonkretes Kunstwerk“ aus dem letzten Drittel des 20. Jhs gewonnen, auf die ein hausinterner Verweis lohnt!
Ich würde mir für Sie wünschen, dass die Stadt Würzburg und der Kulturspeicher Würzburg die Wiederanbringung Ihres Kunstwerkes als Anlass nimmt, Ihrem künstlerischen Gesamtwerk, insbesondere Ihren 14 Polychromien künftig noch mehr Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen.